Das Beispiel

 

Unsere erste Bauexpedition im Haus Schminke in Löbau vermittelt Schülern die meisterhafte Architektur der Moderne. Das 1933 von Hans Scharoun für die Fabrikantenfamilie Schminke errichtete Einfamilienhaus zählt weltweit zu den Ikonen des Neuen Bauens.

Scharoun schuf mit dem Haus Schminke ein beeindruckend modernes Wohnhaus mit vielen liebevollen Details für die Kinder der Familie. Die offene und flexible Bauweise des Baus ermöglicht unterschiedlichste Raumeindrücke. Besondere Themen wie die außergewöhnliche Wirkung des Lichts und der schiffsähnliche Charakter des Gebäudes sind dort überall erlebbar.

Die Moderne der 30er Jahre spielt in der Architekturvermittlung keine angemessene Rolle. Das Haus Schminke bietet allerdings sowohl für ältere als auch für jüngere Schüler zahlreiche Möglichkeiten zur Auseinandersetzung, einige davon sind Teil unserer Bauexpedition. Gleichzeitig wird das Projekt dem Vermächtnis der Bauherrin Charlotte Schminke gerecht, die sich nach ihrem Wegzug aus Löbau nach dem Krieg stets eine Nutzung des Hauses durch Kinder und Jugendliche wünschte.

In der Bauexpedition wurden neben der herausragenden Architektur vor allem die Bau- und Sozialgeschichte des Hauses und seiner Besitzer vermittelt. Da das Objekt unter Denkmalschutz steht und eine aufregende Sanierungs- und Nutzungsgeschichte aufweist, eröffneten sich zahlreiche Möglichkeiten, auch diese Aspekte in die Projektarbeit einzubeziehen. Der Projektbaustein “Fabrikantenvilla und Landhaus” für Schüler ab der 10.Klasse bindet außerdem die Bau- und Nutzungsgeschichte der ehemaligen Nudelfabrik von Fritz Schminke neben dem Wohnhaus in die Vermittlung mit ein.

Das Konzept “Lichtschiff und Nudeldampfer” für Schüler der Klassenstufen 4-6 wurde im Mai 2007 mit einem 1. Preis beim bundesweiten Wettbewerb „Kinder zum Olymp“ ausgezeichnet. Zum „Tag der Architektur 2007 – Moderne trifft Erbe“ präsentierten Schüler aus Löbau das Projekt im Zusammenspiel mit verschiedenen Fachvorträgen einem größeren interessierten Publikum. Im Sommer 2012 wird es mit Unterstützung der Stiftung Sächsischer Architekten erneut mehrere Durchführungen beider Projektbausteine geben.

Zur Durchführung